Gemeinde Lasel
im Eifelkreis Bitburg-Prüm

Ortsbürgermeister: Helmut Thielen 0 65 53 - 29 98
Feuerscheider Straße 12 helmut.thielen@t-online.de
54612 Lasel  

Eine Reise durch die Vergangenheit

Von Silber nach Gold

LASEL. (mr) Lasel hat ein neues Wappen. Der Ortsgemeinderat hat über verschiedene Entwürfe beraten und sich für ein Emblem entschieden, das unter anderem die Pfarrkirche St. Helena enthält.

Die Genehmigung der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm und die sachliche Zustimmung des Landeshauptarchivs Rheinland-Pfalz liegen vor, so dass die Gemeinde Lasel nun ein neues Wappen hat. Die heraldische Bearbeitung hatte Ernst Görgen aus Feuerscheid übernommen.

Die Beschreibung lautet: "Von Silber nach Gold durch einen blauen Wellenbalken schräglinks geteilt, oben ein durchgehendes rotes Kreuz, unten eine schwarze Kirche". Die Farbe Rot und das rote Kreuz stehen für die Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Trier, der Wellenbalken symbolisiert den Fluss Nims, der den Ort durchfließt. Bereits 1346 wird der Kirche der heiligen Helena ein Ablass durch Papst Clemens VI. gewährt.

Zur Ortsgemeinde gehören noch der Ortsteil Hontheim und die Wohnplätze Birkenhof und Steinbachhof.

Lasel wurde erstmals 1268 unter dem Namen Langesul erwähnt. Der Name bedeutet wahrscheinlich "Lange Sule", ein Sumpfgebiet beiderseits der Nims. In den folgenden Jahrhunderten wechselte der Ort oft seinen Namen, bis er 1656 seine heutige Bezeichnung Lasel erhielt.

Der nördliche Teil des Orts gehörte zum Zehntgebiet von Reuland, später Wetteldorf und kirchlich zur Pfarrei Rommersheim. Der südliche Teil unterstand einem prümischen Gutshof in Seffern und gehörte kirchlich zur Pfarrei Seffern. Erst mit dem Einmarsch der Franzosen ist der Ort zusammengewachsen und gehörte bis 1970 zum Kreis Prüm. Die Verwaltung oblag der Amtsverwaltung in Schönecken. Somit nimmt das neue Wappen auch Bezug auf die geschichtliche Entwicklung des Dorfs. Dies sieht man besonders am blauen Wellenbalken, der die Nims symbolisiert, die den Ort durchfließt als trennendes und verbindendes Element, weiterhin an der Kirche als Ortsbild prägenden Mittelpunkt

LASEL - Kleinod im schönen Nimstal

Lasel, ein Dorf mit ca. 320 Einwohner, liegt beiderseits der Nims an der L 5 (früher B 51) auf einer Höhe im Mittel von 336 m ü. NHN. 2 Nebenbäche der Nims, der Dürrbach  und der Taubenbach führen der Nims größere Mengen an Wasser zu. Bereits im Mittelalter wurde dieser Abschnitt bereits Langesul genannt, was soviel wir Langes Sumpf- oder Feuchtgebiet bedeutet. Unter dem Namen Langesul wurde der Ort auch erstmals erwähnt. Der Ort befand sich zur damaligen Zeit im Besitz der Abtei Prüm. 1343 verpfändete Hartard von Schönecken unter anderem seine Güter zu Langsul dem Peter Hybis, Bürger zu Bitburg. [1] 1268 gehörte (südl. Taubenbach und Thierbach) zum Hof Seffern (2 Häuser) und ein weiterer zum Zehngebiet von (Ruland) Reuland (4 Häuser) [2] Im Jahre 1784 zählte der Ort, welcher nach Lauxhell, Lansur und Lansell,inzwischen den heutigen Namen Lasel trägt, bereits 9 Häuser. 4 gehören zur Prümschen Schultheißerei Seffern und fünf zur Zennerei Langenfeld (Kleinlangenfeld) im Amte Schönecken. Die 4 erstgenannten Häuser waren nach Seffern und die restlichen 5 nach Wetteldorf eingepfarrt. Der Ort war also wirtschaftlich und kirchlisch gespalten.  Nach dem Einmarsch der Franzosen wuchs Lasel zu einem Ort zusammen und wurde ab 1798 von der Maierie Burbach, Arrondissement Prüm, verwaltet.[3]

1815 begann eine „neue“ Zeit: Lasel kam zum Kreis Prüm, der 1971 in den Eifelkreis Bitburg-Prüm integriert wurde. 1843 hatte Lasel 234 Einwohner (40 Häuser), 1939 342 und 1989 355 Einwohner. Seither sinkt die Einwohnerzahl, wie fast im ganzen Land, auf 311 im Jahre 2016.

Durch die ständige Wasserführung der Nims bot sich dieser kleine Fluß zum Betreiben einer Mühle geradezu an. So wundert es nicht, dass bereits 1549 durch Erzbischof Johann V. (von Isenburg) die Erlaubnis zum Bau einer Mühle in Lasur in der Herrschafft Schönecken in der Eifel, erteilt wird.


[1] Eiflia illustrata, F.-J. Schannat, 1854, Der Kreis Prüm, F.J. Faas, 1984, S. 220/221

[2] Ernst Görgen, Ortslexikon des Altkreises Prüm, Geschichtsverein Prümer Land 1992, S 137/138

[3] Alois Mayer, Die Nims, Geschichtsverein Prümer Land 2014, S. 96ff.

Eine der wichtigsten Errungenschaften des letzten Jahrhunderts war sicher der Bau der „Nimstalstraße“ von Bitburg nach Prüm. Bis zur Fertigstellung im Jahre 1927 war Lasel entlang der Nims nur auf schlechten „Wirtschaftswegen“ zu erreichen. Die B 51 wurde jedoch schnell zur Verkehrsader Nr. 1 in der Eifel, sie führte von Bremen über Köln nach Saarbrücken. Bereits vor dem 2. Weltkrieg zogen daher viele Laseler als Arbeiter in die Industriemetropolen an Rhein und Rur, teilweise auch ins Elsaß oder dem heutigen Saarland.

Auch eine Eisenbahnlinie durch das Nimstal wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Erwägung gezogen.  So stand im Bitburger Kreisblatt zu lesen :“Seffern, 7.Aug. In Seffern tagte eine zahlreich besuchte Versammlung der Bewohner des oberen Nimstales, welche ihre Eisenbahnschmerzen zum Ausdruck brachten. Man wünscht eine Eisenbahn von Prüm ausgehend über Schönecken-Lasel-Seffern-Bickendorf-Rittersdorf-Bitburg. Für die Notwendigkeit der Strecke sprachen die Bürgermeister von Bickendorf und Schönecken und der Pfarrer von Seffern. Eine Petition an das Abgeordnetenhaus wurde beschlossen.“ Es wurde leider dem Kylltal der Vorzug gegeben. Welchen wirtschaftlichen Boom eine Eisenbahnverbindung bringen kann, konnte man an der Kyll und der Prüm beobachten.

Die Schulgeschichte

Ab 1770 erfolgte der Unterricht durch einen Frühmesser, ab 1803 wurde der Unterricht durch ausgebildete Lehrer vorgenommen. 1826 wurde bereits ein Schulverband gegründet für die Dörfer Lasel, Wawern, Huscheid, Feuerscheid und Plütscheid. Doch nach und nach lösten sich die Filialen aus dem Verband. Sie bauten selbst eigene Schulen.  Das erste Schulhaus aus dem 18. Jh. befand sich neben dem Friedhof „…und war in einem ähnlich beklagenswerten Zustand wie Kirche und Pfarrhaus“.[3]  Der Gemeinderat erkannte sehr schnell, dass dies ein unhaltbarer Zustand war.  Bereits 1909 beschloß man also den Neubau einer Schule, der aber erst 1930 eingesegnet wurde. Dieses Gebäude tat 39 Jahre seinen Dienst als Schulgebäude, Bis Ende 1969 war Lasel noch eigener Schulstandort mit einer einklassigen Volksschule. 1975 wurde das Gebäude abgerissen. An seiner Stelle wurde ein moderner Kindergarten für die Orte Feuerscheid, Lasel, Nimshuscheid und Wawern gebaut, daneben ein Feuerwehrgerätehaus und ein kleiner Gemeindesaal.

Wirtschaftliche Entwicklung bis heute.

Bis in die 60er Jahre gab es im Ort noch viele kleinere landwirtschaftliche Betriebe. Nach der Flurbereinigung 1966, änderte sich die Situation sehr stark. Es gab jetzt nur noch 2 Haupterwerbs- und 4 Nebenerwerbsbetriebe. Von den Handwerksbetrieben sind heut nur noch Maler und Schreiner übrig geblieben. Auch ist nur noch eine Gastwirtschaft vorhanden. In letzter Zeit werden zunehmend Übernachtungsbetriebe eröffnet. Man kann nur hoffen, dass dieser Trend anhält und Lasel auch als Touristenstandort eine Zukunft hat. Trotz der wenigen Handwerksbetrieben im Dorf, sind nur ganz wenige Bewohner arbeitslos. Viele finden in den umliegenden Mittelzentren Bitburg- Prüm, Trier und Luxemburg Arbeit. Die Beschaulichkeit des Dorfes, die Schönheit von Natur- und Landschaft werden besonders von den jungen Familien sehr geschätzt und so macht  sich auch die vielbeklagte Landflucht in Lasel nicht sehr stark bemerkbar.

Neue Impulse sind ebenfalls vom „Zukunfts-Check Dorf“ zu erwarten, der in der Gemeinde auf großes Interesse stößt.

Mit zu diesem „Wohlfühleffekt“ tragen auch die sehr aktiven Vereine des Dorfes wie

·         Freiwillige Feuerwehr

·         Sportverein Lasel-Feuerscheid,

·         Kirchenchor „Cäcilia“ Lasel,

·         Oldtimer-Verein

·         Jugendverein u.a.

bei. Die Vereine stellen sich im folgenden mit einer eigenen, ausführlichen Darstellung vor

Ernst Görgen, Juli 2018


[6] Eiflia Illustrata S. 221

[7] Ernst Görgen; Chronik der Ortsgemeinde Feuerscheid und der Pfarrei Lasel, 1997

[8] Günter Reuschenbach, Aus der Geschichte des Ortes Lasel, Festschrift 100 Jahre FrwFw Lasel 2003.

Heute

 

 

 

Damals